Startseite › Immobilie privat verkaufen

Immobilie privat verkaufen – der Ablauf in 8 Schritten

Sie möchten Ihre Wohnung oder Ihr Haus ohne Makler verkaufen? Das ist erlaubt und gut machbar, wenn Sie strukturiert vorgehen. Hier finden Sie den Ablauf, die Kosten und die Stolpersteine im Überblick.

Inhalt
  1. Darf man ohne Makler verkaufen?
  2. Der Ablauf in 8 Schritten
  3. Welche Kosten haben Verkäufer?
  4. Den richtigen Preis finden
  5. Anfragen und Besichtigungen
  6. Notar und Übergabe
  7. Typische Fehler
  8. Häufige Fragen

Darf man eine Immobilie ohne Makler verkaufen?

Ja. Für den Verkauf einer Immobilie brauchen Sie keinen Makler. Vorgeschrieben ist nur, dass der Kaufvertrag von einem Notar beurkundet wird (§ 311b BGB). Alles davor – Preis, Unterlagen, Exposé, Inserate, Besichtigungen und Verhandlung – können Sie selbst übernehmen.

Der Vorteil: Sie sparen die Maklerprovision, die bei Wohnungen und Einfamilienhäusern in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer geteilt wird. Der Preis dafür ist Ihre Zeit und die Verantwortung für jeden Schritt. Mit einem klaren Fahrplan und den richtigen Werkzeugen lässt sich beides gut stemmen.

Der Ablauf in 8 Schritten

1. Wert ermitteln und Strategie wählen

Am Anfang steht ein realistischer Preis. Er ergibt sich aus Vergleichsangeboten in der Umgebung, dem Bodenrichtwert, der Lage, dem Zustand und der aktuellen Nachfrage. Danach entscheiden Sie, wie Sie in den Markt gehen: mit Festpreis, zunächst ohne Preisangabe oder mit einem strukturierten Bieterverfahren.

2. Unterlagen zusammenstellen

Käufer und Banken wollen vor dem Kauf alle wichtigen Dokumente sehen – vom Grundbuchauszug über den Energieausweis bis zu Grundrissen und bei Wohnungen den Protokollen der Eigentümerversammlung. Welche Sie brauchen, zeigt unsere Checkliste Unterlagen.

3. Fotos, Grundriss und Exposé

Gute Bilder entscheiden, ob jemand anfragt. Fotografieren Sie bei Tageslicht, aufgeräumt und aus den Raumecken. Ein Grundriss und ein vollständiges Exposé mit allen Pflichtangaben – etwa aus dem Energieausweis – gehören dazu. Virtuell eingerichtete Bilder sind erlaubt, wenn sie als solche gekennzeichnet sind und keine Mängel verdecken.

4. Vermarktung

Inserieren Sie auf den großen Immobilienportalen und nutzen Sie zusätzlich Ihr Umfeld. Ein Inserat ohne Energieausweis-Angaben darf so nicht veröffentlicht werden.

5. Anfragen und Besichtigungen

Beantworten Sie Anfragen zügig und fragen Sie früh nach Finanzierung, Eigenkapital und Zeitplan. Laden Sie nur ernsthafte Interessenten ein – das spart Zeit und ist sicherer.

6. Angebote und Verhandlung

Lassen Sie sich Kaufangebote schriftlich geben und eine Finanzierungsbestätigung der Bank vorlegen. Mündliche Zusagen sind beim Immobilienkauf nicht bindend – verbindlich wird es erst beim Notar.

7. Notartermin

Der Notar entwirft den Kaufvertrag, erklärt ihn bei der Beurkundung und kümmert sich um die Abwicklung mit Grundbuchamt und Bank.

8. Übergabe

Die Schlüssel übergeben Sie erst, wenn der Kaufpreis vollständig eingegangen ist. Ein Übergabeprotokoll mit Zählerständen schützt beide Seiten.

Welche Kosten haben Verkäufer?

PostenWer zahlt?Hinweis
EnergieausweisVerkäuferPflicht bei den meisten Verkäufen; Verbrauchsausweise sind meist günstiger als Bedarfsausweise
GrundbuchauszugVerkäuferbeim Grundbuchamt, als Eigentümer jederzeit erhältlich
Löschung alter GrundschuldenVerkäuferNotar- und Grundbuchkosten für die Lastenfreistellung
VorfälligkeitsentschädigungVerkäufernur wenn ein laufender Kredit vorzeitig abgelöst wird – vorab bei der Bank erfragen
Inserate, Fotos, ExposéVerkäuferje nach gewählten Werkzeugen
Notar und Grundbuch für den Kaufüblicherweise KäuferFaustregel rund 1,5–2 % des Kaufpreises
Grunderwerbsteuerüblicherweise Käuferje nach Bundesland, in Bayern 3,5 %
Steuern beim Verkauf: Gewinne aus dem Verkauf einer Immobilie können als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig sein, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als zehn Jahre liegen (§ 23 EStG). Haben Sie selbst darin gewohnt – im Verkaufsjahr und den beiden Jahren davor –, gilt das in der Regel nicht. Klären Sie Ihren Fall mit Ihrem Steuerberater.

Den richtigen Preis finden

Der häufigste Grund, warum Privatverkäufe stocken, ist ein zu hoher Angebotspreis. Käufer vergleichen sehr genau, und Banken finanzieren nur bis zu dem Wert, den sie selbst ermitteln. Orientieren Sie sich deshalb an:

Wenn Sie unsicher sind, ist ein strukturiertes Bieterverfahren eine Möglichkeit: Interessenten geben innerhalb einer Frist Gebote mit Finanzierungsnachweis ab, und der Markt bestimmt den Preis.

Anfragen und Besichtigungen

Gute Inserate bringen viele Anfragen – nicht alle sind ernst gemeint. Stellen Sie vor einem Termin einige Fragen: Wie wird finanziert? Liegt eine Finanzierungsbestätigung vor? Wann soll gekauft werden? Bitten Sie um vollständigen Namen und Telefonnummer.

Notar und Übergabe

Den Notar wählt meist der Käufer, weil er die Kosten trägt. Den Vertragsentwurf erhalten beide Seiten vorab – nehmen Sie sich Zeit für Fragen und Änderungswünsche. Nach der Beurkundung sichert der Notar den Käufer im Grundbuch ab und teilt mit, wann der Kaufpreis fällig ist. Erst wenn das Geld bei Ihnen eingegangen ist, folgt die Übergabe.

Typische Fehler beim Privatverkauf

Ihr Verkauf mit Fahrplan und KI-Assistent

Verkaufio führt Sie in acht Etappen bis zum Notartermin – mit Werkzeugen zum Festpreis und erfahrenen Maklern, wenn es schwierig wird. Tragen Sie sich in die Warteliste ein und erhalten Sie die kostenlose Wertindikation zuerst.

Auf die Warteliste

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Privatverkauf?

Das hängt vor allem von Preis, Lage und Vorbereitung ab. Mit einem marktgerechten Preis und vollständigen Unterlagen sind wenige Wochen bis einige Monate realistisch.

Muss ich beim Verkauf Steuern zahlen?

Gewinne können als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig sein, wenn zwischen Kauf und Verkauf höchstens zehn Jahre liegen. Wer selbst darin gewohnt hat, ist in der Regel befreit. Klären Sie das mit Ihrem Steuerberater.

Brauche ich einen Energieausweis?

In den meisten Fällen ja. Wichtige Angaben daraus müssen schon in der Anzeige stehen, und Kaufinteressenten muss er spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden.

Wer bezahlt den Notar?

Üblicherweise der Käufer. Verkäufer tragen meist nur die Kosten für die Löschung eigener Grundschulden.

Was kostet Verkaufio?

Fahrplan und Grundfunktionen des Assistenten sind kostenlos. Werkzeuge kaufen Sie einzeln zum Festpreis, das optionale Komplettpaket kostet 1.990 Euro, davon 1.500 Euro erst nach dem Notartermin.

Weiterlesen

Haus selbst verkaufenWas bei Häusern besonders zähltWohnung selbst verkaufenEigentumswohnung: WEG-Unterlagen, Mieter, HausgeldCheckliste UnterlagenAlle Dokumente für den VerkaufPrivat verkaufen in MünchenWas in München anders ist

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Ein Ratgeber von Verkaufio – ein Angebot von Park Avenue Immobilien München.